Der Mühlengarten - Ein Gedicht von Adi Müller 2009

Der Mühlengarten

Unsere Mühle stehet hier
im Grünen jetzt, das wissen wir,
und manches Bäumlein ist gepflanzt
als Teil von einem Mühlenkranz.

Die Bäumchen, das ist wohl bekannt,
sie sind nach Kindernamen meist benannt,
so ist den Bäumchen für ihr Leben
ein wahrer Name mitgegeben.

Mitglieder sind's,die so verfahren
und so im Lauf von vielen Jahren
ihren Kindern, wohlbedacht,
ein Paten bäumchen zugedacht.

Und mit den Kindern wachsen dann
zum Baum die Bäumchen wohl heran
und aus den Kindern werden Leute,
den Namensgebern dann zur Freude.

Die Mühle sieht's mit Wohlgefallen
und wünschet innigst wohl vor allem,
dass jeder möge wohl gedeihen,
an seinem Dasein sich erfreuen.

Doch weiter geht dann unser Blick
in Mühlenkranzes schönstes Stück,
ein Blumenmeer vor Puschen's Haus,
es breitet sich zur Ansicht aus.

Ab Spätherbst ist die Mühle brav
fünf Monate im Winterschlaf,
die Bäume Ähnliches dann tun,
sie wollen auch im Winter ruh'n.

Doch hört sie einmal wie im Traum,
es störet ihren Schlaf wohl kaum,
dass Mitglieder sie da besuchen,
sich zu erfreu' n an Kaffee und an Kuchen.

Und wenn der Schlaf nicht mehr so fest,
das ist dann meist im Monat März,
dann hört sie wohl ein dumpfes Toben,
als würden Tisch' und Stühl' verschoben.

Dann kommen Mitglieder zu ihr ins Haus
und aus den Worten hört sie raus,
dass hier der Vorstand sich stellt dar
mit dem Bericht vom letzten Jahr.

Doch bald danach, dann ist's soweit,
dann öffnet sie die Türen breit,
um jeden Sonntag sich zu zeigen
dem ständigen Besucherreigen.

Mit ihrem kleinen Garten nur,
so steht sie da in der Natur
und will uns stolz begrüßen,
den Garten stets zu ihren Füßen.


Andreas Müller
Im März 2009